Wie ein Hund das Herz – und das Mikrobiom – von Jugendlichen stärkt

Bildschirmfoto 2026 01 25 um 15.28.37

Was, wenn dein Hund nicht nur dein Herz berührt, sondern auch deine Bakterienwelt verändert? Und damit sogar dein seelisches Wohlbefinden?
Klingt ein bisschen verrückt, oder? Ist aber wissenschaftlich belegt.

Eine aktuelle Studie aus Japan hat genau das untersucht – und ich verspreche dir: Das Lesen lohnt sich. Denn es zeigt wieder einmal, wie tief die Verbindung zwischen Mensch und Hund wirklich geht. Und warum gerade in der Jugendzeit ein Hund ein echter Lebensverbesserer sein kann.

Warum diese Studie so spannend ist

Die Forscher:innen wollten herausfinden, warum Jugendliche, die mit einem Hund aufwachsen, oft psychisch stabiler und sozial kompetenter sind als Gleichaltrige ohne Hund. Dabei interessierte sie besonders, ob Mikroorganismen (also das Mikrobiom) eine vermittelnde Rolle spielen.

Was sie fanden, ist faszinierend – und auch ein bisschen berührend.

Was wurde genau untersucht?

Die Studie lief im Rahmen der Tokyo Teen Cohort – einer groß angelegten Langzeitstudie mit hunderten Jugendlichen.

Teil 1 – bei den Jugendlichen:

  • 345 Jugendliche aus Tokio wurden untersucht
  • Einige lebten mit Hund, andere nicht
  • Erfasst wurden:
    • psychische Gesundheit (u.a. soziales Verhalten, Rückzug, Aggression)
    • Bakterien im Speichel
    • Stresshormon Cortisol im Urin

Teil 2 – im Labor mit Mäusen:

  • Die Forscher:innen nahmen die Bakterien aus dem Speichel der Jugendlichen
  • und setzten sie keimfreien Mäusen ein (ja, sowas geht wirklich!)
  • Danach beobachteten sie das Sozialverhalten der Mäuse

Was kam dabei raus?

1. Jugendliche mit Hund hatten deutlich bessere Werte

  • Weniger Rückzug
  • Weniger aggressives oder auffälliges Verhalten
  • Weniger Denkprobleme
  • Besonders stark war der Effekt bei sozialen Problemen

    👉 Selbst wenn man andere Faktoren (wie Einkommen, Geschwisterzahl etc.) rausrechnet, blieb der Unterschied bestehen.

2. Das Mikrobiom spielte eine zentrale Rolle

  • Die Gesamtanzahl an Bakterien war ähnlich – aber die Zusammensetzung war anders
  • Bestimmte Streptococcus-Stämme waren bei Hundebesitzern häufiger
  • Und genau diese Stämme standen in Verbindung mit besserem Sozialverhalten

3. Und die Mäuse? Zeigten ähnliches Verhalten!

  • Die Mäuse mit dem „Hundebesitzer-Mikrobiom“:
    • waren neugieriger
    • sozialer
    • zeigten mehr „Hilfsverhalten“ gegenüber anderen Mäusen

      👉 Das spricht klar dafür: Die Bakterien beeinflussen direkt das Verhalten.

Der „Hundeeffekt“: Mikroben, die Gutes tun

Diese Studie zeigt, dass das Zusammenleben mit einem Hund unser Mikrobiom verändert – also die Welt der Mikroorganismen in unserem Körper.
Und: Diese Veränderungen können offenbar positive Effekte auf unsere Psyche und unser Sozialverhalten haben.

🔄 Der vermutete Kreislauf:
Hund → mehr Bakterienvielfalt im Haushalt → Übertragung auf Menschen → besseres Mikrobiom → stabilere Psyche & mehr Sozialverhalten

Was bedeutet das für uns?

Hunde machen tatsächlich bessere Menschen aus.

Gerade für Kinder und Jugendliche kann ein Hund also viel mehr sein als nur ein Spielgefährte.
Er kann ein echter Schutzfaktor in einer turbulenten Entwicklungsphase sein – auch auf biologischer Ebene.

Wichtiger Hinweis

Natürlich ersetzt ein Hund keine Therapie. Und auch nicht die liebevolle Begleitung durch Bezugspersonen.
Aber: Er kann ein stabilisierender Faktor sein, der auf mehreren Ebenen wirkt – emotional, sozial und biologisch.

Und ja, das gilt nicht nur für Jugendliche. Auch wir Erwachsenen profitieren davon – täglich!

Die Studie im Überblick

Titel:Dog ownership during adolescence alters the microbiota and improves mental health
Autor:innen: Miyauchi, Yamaoka, Kamimura et al.
Veröffentlicht in: iScience, Dezember 2025
DOI:10.1016/j.isci.2025.113948
Ort der Forschung: Japan – Azabu University, RIKEN, University of Tokyo
Datenerhebung: 2017–2018

Fazit in einem Satz

Jugendliche, die mit einem Hund leben, fühlen sich oft besser – und das liegt nicht nur am Kuscheln, sondern auch an hilfreichen Bakterien, die das Verhalten und die Stimmung positiv beeinflussen.

WordPress Cookie Hinweis von Real Cookie Banner